Ungeplant und doch gewollt. Wie mir 2016 meinen Weg gezeigt hat

von | Jan 8, 2017 | Uncategorized | 8 Kommentare

Das letzte Jahr ist gerade ein paar Tage alt und mit Abstand betrachtet kann ich sagen: es war sehr fordernd, lehrreich und aufregend.

Dieser Artikel entsteht im Rahmen der Blogparade von Marit Alke, der ich an dieser Stelle ganz herzlich danken will. Doch dazu später mehr.

Zurück zum Anfang

Beruflich hat es Anfang des Jahres gar nicht so geklappt, wie ich es wollte. Die halbe feste Stelle wollte einfach nicht zu mir kommen, dabei hatte ich sie doch mehrmals ganz klar beim Universum bestellt. Dachte ich. Sonst hat es doch auch immer geklappt – vorher, bei anderen Dingen. Doch sie wollte einfach nicht kommen. Ziemlich logisch, wenn es die halbe feste Stelle nur aus Sicherheitsgründen sein sollte, damit die Krankenkasse bezahlt ist… Ziemlich schwacher Anreiz, sogar für sowas wie eine halbe feste Stelle.

Als dann plötzlich, kurz vor der Panik „Hm, wie soll es denn dann jetzt bitte weitergehen?“ die freien Mitarbeiten als Coach auftauchten wurde mir klar: Eigentlich will ich doch gar nicht mehr „fest angestellt“ sein! Im Nachhinein betrachtet mehr als offensichtlich, doch mehrere Wochen haben mich Selbstzweifel an meiner Person und meinen Qualifikationen geplagt. Dabei lag es überhaupt nicht daran, sondern an meinen Werten und inneren Wünschen, die mir gar nicht so ganz klar waren.

Was habe ich daraus gelernt? Manchmal klappt was nicht, wovon Du denkst, dass Du es willst. Plötzlich klappt was anderes und Du merkst: Genau, das ist es doch, was ich wollte! Doch diese Phasen dazwischen auszuhalten, Ruhe zu bewahren und weiterzumachen, das ist noch nicht so richtig meins. Geduld ist nicht meine beste Freundin und Warten… lassen wir das!

Was waren warum meine beruflichen Highlights im vergangenen Jahr?

Ich arbeite voll selbständig in meinem Wunschberuf als Coach und kann davon leben! Ohne noch nebenbei irgendwas anderes machen zu müssen (und ich habe immer gesagt: Hauptsache, ich kann als Coach arbeiten und dazulernen, dafür mache ich auch fast jeden anderen Job, um mich überhaupt über Wasser zu halten). Dass ich das nicht muss, sondern meine ganze Zeit mit der Begleitung und Weiterentwicklung von Menschen verbringen darf, die beruflich oder privat gerade feststecken, ist für mich ein sehr großes Geschenk und macht mich sehr glücklich. Ich bin so dankbar dafür, weil ich weiß, dass es gar nicht selbstverständlich ist! Und richtig selbständig ist man ja erst, wenn man das zweite Jahr überlebt hat, so die Literatur. Es wird also ein spannendes „zweites Jahr“!

 

Was lief noch gut?

Insgesamt habe ich gemerkt, dass es immer dann gut lief, wenn ich mir vertraut habe und ein bisschen geduldig war. Beides wirklich noch keine Stärken von mir, doch ich könnte da langsam mal drauf vertrauen (hahaha). In den Momenten, wo ich gespürt habe und klar war, DAS würde ich gern machen, DAS möchte ich gern haben oder DAZU habe ich große Lust, dann hat es geklappt und ist auch gut geworden. Was war das konkret?

BERUFLICH:

  • Als die eigenen Praxisräume her mussten, zuerst, weil die heimische Wohnstube ausgedient hatte und später, weil sich die erste Praxisgemeinschaft aufgelöst hatte, stand ich jedes Mal da: „Und wie soll es jetzt bitte weitergehen? Woher schnell in Berlin einen geeigneten Raum finden?“ Als klar war, welche Art Raum ich genau wollte, ist in beiden Fällen exakt das richtige aufgetaucht! Wirklich. Und nun bin ich sehr glücklich in meiner neuen Praxis und denke oft: Kann man eigentlich in seine eigenen Räume verliebt sein?
  • Gern wollte ich mit den Kollegen aus der Coachingausbildung in Kontakt bleiben und hatte die Idee, eine Intervisionsrunde ins Leben zu rufen. Daraus ist nun eine „feste Institution“ geworden und ich freue mich so darüber, dass meine Idee einige sehr treue Anhänger gefunden hat und wir treffen uns regelmäßig ein mal im Monat zum systemischen Austausch in vertrauensvoller Runde.
  • In einer Nacht- und Nebelaktion habe ich mich in WordPress eingearbeitet und meine erste Internetseite gestartet. Nach dem Motto „Besser unperfekt beginnen als perfekt zögern“ ist sie am 01.04. online gegangen. Ich habe sie in einer weiteren spontanen Aktion überarbeitet und im November meinen ersten „echt echt richtig echten“ 😉 Blogartikel veröffentlicht. Der neue Name der Internetseite (gerneklarkeit.de) ist auch spontan entstanden. Ich habe überlegt, mit welchen Themen meine Klienten eigentlich zu mir kommen? Sie wollen fast alle mehr Klarheit! Meine learnings hier: bei mir gärt es erst lange vor sich hin, bis es dann reif ist und dann muss es aber auch losgehen! Sofort. Da liegt auch ein bisschen die Gefahr, dass ich zu viel mache, doch dazu unten mehr.

WEITERENTWICKLUNG:

  • Ohne Kurs oder Workshop kann ich irgendwie nicht. Neben einer Kurzausbildung in ACT (Acceptance and Commitment Therapy) habe ich noch an unzähligen Webinaren teilgenommen und auch Podcasts und Blogs in mich aufgesogen. Zu meinen Inspirationsquellen gehörten zuerst Conni Biesalski von planetbackpack.de, für deren Ehrlichkeit und Authentizität ich so dankbar bin und die mich gelehrt hat, wie es auch geht.
  • Im Blog, in den Webinaren und den Podcasts von Marit Alke und ihrer Art des „langsamen Hineinwachsens ins Online-Business“ (anstatt des marktschreierischen 5-stelligen passiven Einkommens in drei Monaten) habe ich mich sehr wieder gefunden. Doch wozu ist das für Euch jetzt wichtig? Ich bin im aktuellen „Mein erster Online-Kurs“ von Marit und lerne, wie ich einen Online-Kurs gestalte. Bisschen back to the roots, weil Kurse und ganze Curricula habe ich ja schon einige erstellt. Doch endlich mal wieder alles zu machen, vom Konzept bis zum „vorne stehen“, das macht viel mehr Spaß und ich freue mich schon, wenn ich mit Euch zusammen den ersten Kurs durchlaufe!
  • Ein lang gehegter Traum, der mich seit meiner Rückkehr aus Neuseeland nicht loslässt, weil ich hier in diesem unfreundlichen Berlin so gar nicht wirklich zurecht komme, ist das Leben als Digitale Nomadin. Als ersten Schritt dahin (neben dem Kauf eines Handgepäck-Rucksacks und diverser anderer Schätzchen), habe ich mich für die DNX 2017 im Mai in Berlin angemeldet. Ich freue mich so sehr auf den Spirit, den Austausch unter Gleichgesinnten und drei wunderbare Tage Inspiration.

Wofür und wem ich dankbar bin

Ein ganz herzliches Dankeschön meiner systemischen Ausbildungsgruppe, die mich zwei sehr intensive Jahre durch mein Leben begleitet hat, mich gestützt hat, mich an meine Grenzen gebracht hat und gleichzeitig endlich soviel von Ankommen hatte: Ankommen da, wonach ich so lange gesucht habe. Gleichgesinnte, denen die persönliche ehrliche Nähe und Entwicklung so wichtig ist, wo man einfach man selbst sein kann, getragen wird, gehalten, hinterfragt und nach dem nackig machen keiner sagt: „Wie siehst Du denn aus?“ Weil, wir waren alle nackig. Und neben allem Psychokram hatten wir unendlichen Spaß! Selten so getanzt!

Ein weiterer Dank geht an meine Intervisionsgruppe: es ist ein wunderbarer Austausch, ein intensives Wachsen und Ausprobieren mit Euch und ich freue mich sehr auf unser neues Jahr!

Neben Marit, die uns alle sehr intensiv und individuell begleitet in ihrem Kurs, bin ich auch dankbar für all die anderen Online-Menschen, die ich „kennengelernt“ habe und die tolle Inspirationsquellen für mich waren: Gordon Schönwälder, Frank Katzer, Christina Emmer und Shailia Stephens. Irgendwann musste ich mich von dem vielen vielen anderen Input, den es da draußen gibt, ein bisschen schützen und fokussiere mich nun lieber auf einige wenige. Das war auch ein learning!

Ein ganz besonders herzliches Dankeschön geht an meine Klienten: Ohne Euch wäre ich nicht die, die ich bin. Danke für die besonderen Begegnungen, die so viel Raum geben für Entwicklung und für Euer Einlassen. Danke für Euer Wagnis, einen Schritt weiter zu gehen als Ihr vielleicht normalerweise tun würdet. Danke für die ergreifenden Momente und tiefen Einsichten, die Ihr mit mir teilt! Bevor jetzt gleich die Freudentränen kullern noch ein kurzer Blick auf das was schwierig war:

Was schwierig WAR

  • Dass es langsamer ging als ich wollte. Dass es tatsächlich nicht geht als Solopreneurin 100% nur für Klienten da zu sein. Dann bleibt das Business auf der Strecke. Zeit, die Du nicht für Klienten arbeitest und somit in dieser Zeit auch kein Geld verdienst, ist eine wichtige Investition in die Zukunft. Nur so kommst Du weiter und dadurch auch Deine Klienten.
  • Was noch langsamer ging als ich wollte ist das Einarbeiten in WordPress. Wie viele Momente der Verzweiflung habe ich hinter mir, weil irgendwas irgendwo nicht erscheint. Und dann die Momente, wo es klappt. Ich fühle mich immer wie eine tec-queen!
  • Zu verstehen, dass Du als Solopreneurin nicht jeden Monat das gleiche Geld auf dem Konto hast wie in einer Festanstellung. Und die Momente, wo es mal nicht so läuft, ruhig und zielstrebig durchzuhalten. Und nicht gleich alles anzuzweifeln. Das war manchmal hart. Und gleichzeitig der Austausch mit befreundeten Kollegen so hilfreich und unterstützend!
  • Anzuerkennen, dass ich auch von Tätigkeiten, die mir unglaublichen Spaß machen und mich weiterbringen, irgendwann müde bin und mal Erholung brauche. Ein Punkt, der auf jeden Fall in 2017 mehr Berücksichtigung findet!

FAZIT: SPRINGE UND DAS NETZ ERSCHEINT

Wenn Du klar bist, dann findet es sich auch im Außen (das habe nicht nur ich selbst erlebt, sondern konnte ich auch während zahlreicher Prozesse bei meinen Klienten miterleben). Trau Dich immer ein Stück weiter raus als Du normalerweise würdest!

Wie geht es weiter in 2017:

OFFLINE:

  • Weiter: Einzelcoachings und Intervisionsrunde.
  • Neu: Workshops zu Themen wie „Innere Stärke“, „Wie ich finde was ich will“.
  • Neu: Kooperationen mit Kollegen und das gemeinsame Gestalten von Workshops. So allein im Kämmerlein ist manchmal recht einsam.
  • Neu: Vorträge bzw. Workshops bei Veranstaltungen oder Messen. Das gährt gerade noch und kann noch nicht nach draußen.

ONLINE:

  • Regelmäßige Blogbeiträge rund um das Thema „Klarheit“ und Ausbau der Online-Aktivitäten.
  • Schöne Freebies zum Thema Klarheit (Meditationen, Achtsamkeitsübungen, inspirierende Übungen und Geschichten).
  • Mein persönliches Herzensprojekt: Erster kleiner kostenloser Online-Kurs zum Thema „Ritualisierte Auszeit zur Spurensuche: Was will ich denn eigentlich? “

Wow, das war jetzt ja ne Menge! Und es könnte schon gleich zu Beginn des Jahre ein weiteres Learning sein, inspiriert von Shailia: „Do less better“.

In diesem Sinne… wünsche ich Dir ein inspirierendes, tolles und gesundes Jahr und viel Spaß beim Vertrauen, Ausprobieren und Wachsen! Was sind Deine Learnings aus 2016? Was war gut? Was machst Du jetzt anders? Was ist in Deinem 2017 dran? Ich freue mich, daran teilhaben zu können. Rein damit in die Kommentare!

Hab Freude dran!

Deine Andrea