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Der erste Schritt! Wie Du herausfindest, was Du wirklich willst!

von | 7. Nov 2016 | Uncategorized | 1 Kommentar

Du hast auch einen Job, mit dem Du eigentlich zufrieden sein könntest. Du verdienst ganz gut. Hast ein schönes Büro. Nette Kollegen. Deine Freunde sagen Dir, dass Du doch zufrieden sein kannst mit Deinem Job. Und Du bist ja jetzt auch schon so lange dabei. Doch Du denkst: Ja,… aber…! Dann geht es Dir genau so, wie es mir vor ein paar Jahren ging. Ein bisschen nach dem Motto „Das Hamsterrad sieht von Innen auch aus wie eine Karriereleiter“.

Herauszufinden, was hinter diesem „aber“ steckt, davon handelt dieser Artikel. Ich möchte Dir in diesem Artikel in einfachen Schritten aufzeigen, wie Du:

  • mehr zu Dir findest
  • Deine eigentlichen Ziele und Wünsche sichtbar werden
  • und Du mehr Klarheit in Dein Leben bringst
  • um so morgen zufriedener in den Tag zu starten

Wo Du jetzt stehst: Alles doof? Und irgendwie festgesteckt?

Nochmal kurz zu Deiner Ist-Situation, damit Du weißt, ob dieser Artikel für Dich von Nutzen sein wird: Du gehst jeden Tag weniger gern ins Büro und die Sinnhaftigkeit Deines Tuns stellst Du schon seit einiger Zeit in Frage. Nur ein kleines Rädchen zu sein in einem riesigen Organisationskomplex, wo es heute hierlang heißt und gestern noch alle in die andere Richtung marschiert sind. Naja, das Geld stimmt und 30 Tage Urlaub habe ich auch, denkst Du. Hast Du sogar schon innerlich gekündigt, wie 16% der Arbeitnehmer (laut Gallup-Studie 2015)? Oder gehörst Du zu den 68%, die nur noch Dienst nach Vorschrift  machen?

Du denkst: da muss es doch noch was anderes geben. Irgendwas, was ich tun kann, wobei ich mehr Freude empfinde? Ich will nicht nur meine Zeit im Büro absitzen. Ich will nicht nur das Leben aus dem Bürofenster betrachten, sondern daran teilhaben, eintauchen und was bewegen. Aber was? Du weißt nicht so recht, was das sein könnte? Du weißt nur, so kann es irgendwie nicht weiter gehen: Du würdest so gern wissen, was Du willst!?

Weg von… hin zu…ja aber was denn?

Kommt Dir das bekannt vor? Um nicht weiter in dieser Spirale zu bleiben möchte ich Dir sagen: Es gibt einen Ausweg! Nicht nur einen, sondern meist mehrere. Ein alter Spruch lautet: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Bisher bist Du beim ersten Schritt. Wenn Du erkennst, das was nicht richtig stimmt, dann ist das ein ganz wichtiger Punkt. Du merkst, dass es eine Diskrepanz gibt, zwischen einem Ist- und einem Soll-Zustand. Der Ist-Zustand ist klar. Bzw. eher verworren. Doch eins ist klar: so nicht mehr!

Doch der Soll-Zustand, wie soll der aussehen? Das ist noch nicht ganz klar. Das schauen wir uns zusammen an. Um aus diesem PingPong im Kopf, so nenne ich das gern, herauszukommen, hat sich ein Schritt als sehr nützlich erwiesen: nämlich der Schritt hinaus! Hinaus aus dem Gedankenchaos, hinaus aus dem Hin und Her und erstmal in Ruhe sortieren.

Nicht umsonst heißt ein alter Spruch „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam. Und wenn Du es noch eiliger hast, dann mache einen Umweg“. So wie wir vor einer großen Reise auch nicht alles gleich aus dem Schrank in den Koffer packen, sondern erstmal schön aufs Bett legen um zu schauen, was habe ich denn da alles und brauche ich das alles wirklich?! So machen wir es jetzt auch! Sortieren.

Eine halbe Stunde nur für Dich

Nimm Dir eine halbe Stunde Zeit, such Dir einen schönen Ort und mach es Dir gemütlich. Vielleicht möchtest Du Dir vorher noch ein schönes Buch besorgen, worin Du die folgende Frage schriftlich beantwortest. Schriftlich ist an dieser Stelle sehr wichtig. Was wir aufschreiben, ob mit der Hand oder am Computer ist an dieser Stelle vollkommen egal, hat eine andere Wichtigkeit und Wirkung als nur darüber nachzudenken. Beim Nachdenken springen wir hin und her. Genau das wollen wir nicht mehr. Nein, nicht mehr springen. Sondern Ruhe soll rein. Und ja, Beim Schreiben sortiert es sich und es ist raus aus dem Kopf!

Ich habe lang überlegt, welche Frage die wichtigste ist, oder ob es nicht gleich bessere mehrere Fragen sein sollten. Ich habe mich auch hier nach dem Einfachkeits-Prinzip entschieden (worin ich ehrlich gesagt kein wirklicher Meister bin und es mir auch immer wieder schwer fällt). Doch „weniger ist mehr“. Wir können diese alten Sprüche schon nicht mehr hören, doch es ist so viel Wahres dran.

Und sie schützen uns auch. Wovor? Sie schützen uns davor, uns zu verstecken und eine Ausrede zu erfinden: Oh fünf Fragen, nein die kann ich jetzt nicht beantworten. Habe gar keine Zeit… 😉 Versteckt hast Du Dich schon die ganzen letzten Jahre und bist ja nicht glücklich damit. Jetzt geht es mal um Dich!

 

Die Frage der Fragen

Was bei mir sehr viel ausgelöst und ins Rollen gebracht hat, war die folgende Frage, weil sie so einfach und auch so weitreichend ist. Stell Dir vor, Du bist alt und runzlig. Du hast ein tolles Alter erreicht und Du weißt, dass Du nicht mehr lang hier sein wirst, weil Deine Zeit langsam gekommen ist. Diese Idee hatte ich vor einigen Jahren beim Lesen des Buches „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware. Wenn Du Zeit und Lust hast, lies das mal, sehr inspirierend, nicht weinerlich und auch keine Panik-Mache, sondern es bringt uns einfach zu den wahrhaftigen Themen, die leider so oft unter gehen im Alltag. Stell Dir also vor Du würdest da liegen… und fragst Dich

„Was würde ich am meisten bereuen, nicht getan oder nicht versucht zu haben?“

Schreib diese Frage in Dein Buch und fang an zu schreiben. Da kommen vielleicht erstmal ganz viele kleine Sachen, wie die Reise nach Lissabon oder auch der Chor, in den wir immer schonmal eintreten wollten um endlich mal wieder zu singen. Schreib einfach, was da so kommt. Ich würde gern mal einen Fallschirmsprung gemacht haben oder doch das Psychologie-Studium? Es muss auch gar nichts so großes sein. Wenn Dir diese Frage nun zu mächtig erscheint, kannst Du es auch eine Nummer kleiner machen: Was wolltest Du schon immer gern mal gemacht haben?

Da kommt er, der fiese innere Kritiker

Da wir es nicht mehr gewohnt sind, unseren innersten Wünschen freien Lauf zu lassen, kommt da wahrscheinlich relativ schnell der fiese Kritiker um die Ecke geflitzt und will uns abhalten. Der will uns so Sachen weis machen wie: Ach, das ist doch Quatsch! Oder: Das geht ja eh nicht! Dafür hast Du keine Zeit! Und vor allem auch gar kein Geld…! Wie soll denn das gehen? Wenn der auftaucht sagst Du freundlich: Hallo, schön, dass Du da bist (ja, gelogen), doch ich habe wirklich gerade keine Zeit für Dich. Mama ist am Telefon! 😉 Und schickst ihn weg. So wie einen nervigen Nachbarn, der schon wieder irgendwas will. Und dann verabschiedest Du den Kritiker höflich aber bestimmt! Und kümmerst Dich um Dich, denn Du bist ja die letzte Zeit viel zu kurz gekommen.

Es geht in diesem ersten Schritt noch gar nicht darum, morgen die Weltreise zu starten, den Job zu kündigen oder das Café aufzumachen. Erstmal nur hinhören und hinspüren, dieser Sehnsucht lauschen und sie wahrnehmen. Schreib einfach alles auf.

Wir denken in Bildern: Vision Wall

Falls Du eher ein visueller Typ bist, kannst Du diese ganzen Themen auch auf Post-its oder neuerdings Sticky Notes schreiben und an Deine Wand im Wohn- oder Schlafzimmer kleben. Alternativ auch was aus Zeitschriften ausschneiden und aufkleben oder auch malen. Dieses Visualisieren hilft vielen meiner Coachees sehr weiter. Da wir ja in Bildern denken und nicht in geschriebenem Text, ist dieser zweite Schritt vom Heft an die Wand oft sehr wirksam. Es wird alles geordnet und hat den tollen Vorteil, dass Du es immer siehst, was Dir wichtig ist und es dadurch in Dein Leben integrierst. Und Du kannst die einzelnen Themen auch clustern und nach Wichtigkeit markieren. Manchmal ändert es sich auch von Tag zu Tag. Auch werden dadurch wahrscheinlich verschiedene Themenfelder sichtbar.

Schluss für heute – und kleiner Bonus!

Jetzt hast Du Dich endlich mal wieder um Dich gekümmert und darfst stolz auf Dich sein. Genieß es, mach Dir noch einen leckeren Tee und lass es nachwirken. Falls Du doch noch was machen willst, kannst Du Dir noch die folgenden Fragen stellen:

  • Welche Themenbereiche werden sichtbar?
  • Was ist das, vor dem ich am meisten Schiss habe? (Das ist auch das, was wir oft am meisten wollen!)
  • Falls der Kritiker doch schon wieder vor der Tür steht und Sturm klingelt, dann lass ihn einfach kurz rein, weil er dann wohl eher Ruhe gibt. Schreib auf eine Extraseite auf, was er zu sagen hat (Schaffst Du eh nicht! Wie soll das denn gehen? …) Und dann bedanke Dich freundlich für die wertvollen Beiträge und schick ihn aber nach Hause 😉
  • Was genau hält Dich ab, die einzelnen Themen anzugehen?
  • Was davon würdest Du am liebsten machen?
  • Was bräuchtest Du, um den nächsten Schritt zu gehen und wie sähe der aus. Nur ein ganz kleiner…

So, jetzt aber wirklich Feierabend! Ich hoffe sehr, dass Du Dir einen kleinen Schritt näher gekommen bist und freue mich über Deine Erfahrungen, die Du gern in den Kommentaren hinterlassen kannst. Vor allem würde mich interessieren, was Du brauchst, um dranzubleiben und den nächsten kleinen Schritt zu gehen!

Herzliche Grüße, ein bisschen Geduld und vor allem: Hab Freude dran!
Deine Andrea